Jahresrückblick 2025 – jetzt lesen!

Das Jahr 2025 liegt hinter uns – ein Jahr voller Herausforderungen, Begegnungen und wertvoller gemeinsamer Arbeit für das Wohl von jungen Menschen und Familien in Erlangen und Erlangen-Höchstadt. Als Kinderschutzbund Erlangen blicken wir dankbar auf viele engagierte Projekte, unterstützende Kooperationen und das große Vertrauen zurück, das uns entgegengebracht wurde.

Unser Einsatz galt auch in diesem Jahr dem Schutz, der Förderung und der Stärkung junger Menschen sowie der Unterstützung von Eltern in schwierigen Lebenssituationen. Viele kleine und große Schritte haben dazu beigetragen, Kinderrechte sichtbar zu machen und konkrete Hilfe dort zu leisten, wo sie gebraucht wird.

In unserem Jahresrückblick 2025 möchten wir Ihnen einen Einblick in unsere Arbeit geben, wichtige Entwicklungen aufzeigen und besondere Momente mit Ihnen teilen. Schauen Sie gerne mal rein!

Ehrenbrief der Stadt Erlangen für Ute Auschel

Ehrenbrief der Stadt Erlangen für Ute Auschel

Die Stadt Erlangen hat Ute Auschel mit dem Ehrenbrief für ihre besonderen Verdienste auf dem Gebiet Soziales ausgezeichnet. Oberbürgermeister Florian Janik würdigte im Rahmen der Verleihung ihr langjähriges und außergewöhnliches Engagement für Kinder, Familien und die Stadtgesellschaft.

Seit 2007 engagiert sich Auschel ehrenamtlich beim Kinderschutzbund Erlangen. Mit ihrer beruflichen Expertise als Betriebswirtin trug sie maßgeblich zur professionellen Verwaltung von Notfall- und Bildungsfonds bei und baute wichtige Kontakte zur Stadt Erlangen sowie zum Landkreis Erlangen-Höchstadt auf. Bereits seit März 2008 war Auschel Mitglied des Vorstands, 2014 wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Ab Frühjahr 2020 übernahm sie im Team die kommissarische Leitung des Kinderschutzbundes Erlangen. In dieser Funktion verantwortete sie unter anderem die Arbeit von sieben hauptamtlichen Mitarbeiterinnen sowie mehr als 100 Ehrenamtlichen. Über 850 Stunden ehrenamtlicher Arbeit pro Jahr leistete sie für den Kinderschutzbund.

Von März 2022 bis Ende 2025 stand Auschel dem Verein als Erste Vorsitzende vor. In dieser Zeit prägte sie zahlreiche Projekte entscheidend mit. Dazu zählen unter anderem der Ausbau des Integrationsprojekts „Elterntalk“ sowie die Mitwirkung bei der Gründung der Hebammenzentrale im Jahr 2019. Darüber hinaus engagierte sie sich intensiv in den Bereichen Familienpatenschaften, Kinder- und Jugendtelefon, Elterntelefon, begleiteter Umgang sowie in Beratungs- und Vortragsangeboten.

Neben ihrem Engagement beim Kinderschutzbund ist Auschel seit 2012 Mitglied im Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Altstadtgemeinde Erlangen. Dort wirkte sie federführend an der Planung und Realisierung des Gemeindehauses B11 mit. Für ihr herausragendes Wirken wurde sie bereits im November 2024 mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet.

Jahresstatistik 2025 von „Nummer gegen Kummer“

  • Beratungsbedarf steigt: Über 124.500 Beratungen
  • Psychische Probleme häufigster Beratungsanlass junger Menschen

Der Beratungsbedarf an den Angeboten von „Nummer gegen Kummer“ ist weiterhin hoch. Im vergangenen Jahr führten die Berater*innen insgesamt 124.619 Beratungen mit Kindern, Jugendlichen und Eltern in schwierigen Lebenssituationen. Die Zahlen machen deutlich:

Niedrigschwellige, anonyme, persönliche Beratung – telefonisch und online – wird weiterhin intensiv genutzt.

Besonders deutlich zeigt sich die steigende Nachfrage in der Online-Beratung, die im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent zulegte. Auch am Kinder- und Jugendtelefon sowie am Elterntelefon nahmen die Beratungen jeweils im Vergleich zum Vorjahr zu.

„Die Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, dass wir jungen Menschen aber auch Eltern und anderen Erziehenden weiterhin ein persönliches Beratungsangebot ermöglichen“, erklärt Gisela Wetzel-Willert, Vorstandsvorsitzende des Dachverbands „Nummer gegen Kummer“. „Wer sich an uns wendet, trifft auf qualifizierte Berater*innen, die zuhören, ernst nehmen und unterstützen. Für viele ist genau diese Erfahrung der entscheidende Schritt, um den Mut zu finden erstmals über ihre Sorgen zu sprechen.“

Junge Ratsuchende berichten vermehrt von psychischen Problemen

Die aktuellen Themen der jungen Ratsuchenden machen deutlich, welche Herausforderungen sie beschäftigen. Psychische Probleme waren sowohl am Kinder- und Jugendtelefon als auch in der Online-Beratung im vergangenen Jahr das häufigste Thema. Daneben spielten familiäre Konflikte, Krankheit, Einsamkeit und auch Mobbing eine große Rolle. In der Online-Beratung wurden zudem häufiger selbstverletzendes Verhalten und Suizidalität thematisiert.

Eltern und andere Erziehende wandten sich insbesondere mit Fragen rund um Überforderung im Erziehungsalltag, Konflikte innerhalb der Familie oder Probleme in der Partnerschaft an die Berater*innen des Elterntelefons. Wie entlastend ein offenes Gespräch sein kann, zeigen auch Rückmeldungen von Ratsuchenden:

„Es tat wahnsinnig gut, mit jemandem zu reden, der mir einfach zugehört hat. Auch wenn ich gerade erst am Anfang bin und noch lang nicht alles in Ordnung ist, bin ich einen großen Schritt weitergekommen.“

Das Netzwerk „Nummer gegen Kummer“ bietet Kindern, Jugendlichen und Eltern bundesweit kostenlose und anonyme Beratung am Telefon sowie Online. Geschulte ehrenamtliche Berater*innen unterstützen Ratsuchende dabei, ihre Situation zu sortieren, neue Perspektiven zu entwickeln und eigene Ressourcen zu stärken.

Gemeinsam stark in der Zeugnisphase: Zuhören, entlasten, unterstützen

  • Nummer gegen Kummer e.V. und Bundesschülerkonferenz machen anlässlich der Halbjahreszeugnisse auf wachsende Belastungen junger Menschen aufmerksam

Berlin/Wuppertal, 26.01.2026. Die Halbjahreszeugnisse markieren für viele Schüler*innen eine sensible Phase. Neben schulischen Leistungen rücken in dieser Zeit häufig auch Selbstzweifel, Leistungsdruck, Konflikte im sozialen Umfeld oder Erfahrungen mit Mobbing in den Vordergrund. Die Bundesschülerkonferenz (BSK) und Nummer gegen Kummer e.V. nehmen die anstehende Zeugnisvergabe daher gemeinsam zum Anlass, auf die zunehmenden psychischen Belastungen junger Menschen hinzuweisen – und auf ein System, das Unterstützung leisten soll, aber selbst zunehmend unter Druck steht.

„Die Zeugnisphase darf nicht darüber entscheiden, wie junge Menschen sich selbst sehen oder wie wertvoll sie sich fühlen. Wenn diese Gefühle im Raum Schule jedoch zum Alltag werden, dann entsteht der perfekte Nährboden für Schulangst, Ausgrenzung oder psychische Erkrankungen. Gerade in kritischen Entwicklungsphasen sind solche Einschränkungen oft viel weitreichender und bedürfen schneller Reaktion vom gesamten System.“, sagt die stellvertretende Generalsekretärin der BSK, Lilli Berthold.

Mit ihrer Mental-Health-Kampagne „Uns geht’s gut?“ macht die BSK deutlich, dass Schule längst mehr ist als ein Ort der Wissensvermittlung. Lehrkräfte sollen zuhören, entlasten, unterstützen, Konflikte auffangen und zugleich den Bildungsauftrag erfüllen. Doch viele stoßen dabei an ihre Grenzen. Das Deutsche Schulbarometer 2025* zeigt: 43 Prozent der Lehrkräfte sehen einen hohen Fortbildungsbedarf, um mit den wachsenden psychischen und sozialen Herausforderungen von Schüler*innen umzugehen. Gleichzeitig fehlt es vielerorts an professioneller Unterstützung: Nur 61 Prozent der Lehrkräfte schätzen die psychosoziale Infrastruktur ihrer Schule als ausreichend ein. 38 Prozent der Lehrkräfte gaben an, dass die Unterstützung durch Schulpsychologie an ihrer Schule „überhaupt nicht“ ausreichend ist. Für Schüler*innen bedeutet das: Sie erleben Belastungen, ohne ausreichend zu lernen, wie sie mit Stress, Druck oder starken Gefühlen umgehen können. Themen wie emotionale Selbstregulation, mentale Gesundheit oder der Umgang mit Krisen finden im Schulalltag oft nur am Rand statt – obwohl sie für das Wohlbefinden junger Menschen zentral sind.

Hier setzen die Angebote von Nummer gegen Kummer e.V. an. Mit seinen niederschwelligen, anonymen und kostenlosen Beratungsangeboten bietet der Verein gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden eine wichtige Anlaufstelle. Kinder, Jugendliche und Eltern können im vertraulichen Gespräch über ihre Themen reden und finden jemanden, der zuhört – unabhängig von Noten, Leistungsbewertungen oder Erwartungen. Gerade in der Zeugnisphase, in der Lernstress häufig mit familiären Spannungen oder persönlichen Sorgen zusammenkommt, sind solche Anlaufstellen von besonderer Bedeutung.

„Nicht jede Belastung kann oder muss in der Schule aufgefangen werden. Umso wichtiger ist es, dass junge Menschen wissen: Es gibt auch Orte außerhalb des Klassenzimmers, an denen sie über ihre Sorgen sprechen können und Unterstützung erfahren.“, sagt Anna Zacharias, Geschäftsführerin von Nummer gegen Kummer e.V.

Die BSK und Nummer gegen Kummer e.V. machen deutlich: Mentale Gesundheit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Zeugnisse sollten nicht zum einzigen Gradmesser für den Wert oder die Zukunft junger Menschen werden. Vielmehr braucht es Verständnis, Gesprächsbereitschaft und verlässliche Unterstützungsangebote – für Schüler*innen ebenso wie für die Erwachsenen, die sie begleiten.

*Robert Bosch Stiftung (2025): Deutsches Schulbarometer: Befragung Lehrkräfte. Ergebnisse zur aktuellen Lage an allgemein- und berufsbildenden Schulen. Stuttgart: Robert Bosch Stiftung

Über die Bundesschülerkonferenz

Die Bundesschülerkonferenz (BSK) ist die ständige Konferenz der Landesschülervertretungen in Deutschland. Sie vertritt die Interessen von Schüler*innen auf Bundesebene und setzt sich unter anderem für bessere Lernbedingungen, Mitbestimmung und die Stärkung der mentalen Gesundheit junger Menschen ein.

Über Nummer gegen Kummer e.V.

Nummer gegen Kummer e.V. ist der Dachverband für örtliche Vereine, die in Deutschland ein Kinder- und Jugendtelefon und Elterntelefon betreiben. Die derzeit 87 lokalen Träger der Beratungstelefone sind überwiegend örtliche Verbände des Deutschen Kinderschutzbundes sowie anderer Wohlfahrtsverbände. Dieses Netzwerk stellt das deutschlandweit größte kostenfreie, telefonische Beratungsangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern dar. Speziell ausgebildete und hauptsächlich ehrenamtlich engagierte Berater*innen unterstützen die Anrufenden im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe bei Alltagsproblemen und in schwierigen Lebenssituationen. Zur Finanzierung des Netzwerkes bemühen sich Nummer gegen Kummer e.V. bundesweit und seine Trägervereine lokal um Spenden von Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen.

Nummer gegen Kummer e.V. ist aus dem Deutschen Kinderschutzbund hervorgegangen und diesem als Mitglied in seiner Zielsetzung verbunden. Der Dachverband ist Mitglied bei Child Helpline International.

Nummer gegen Kummer e.V. wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und von der Deutschen Telekom unterstützt. Seit 1991 stellt die Deutsche Telekom als Kooperationspartner der Nummer gegen Kummer e.V. die technische Infrastruktur für das bundesweite Beratungsangebot kostenfrei zur Verfügung. Außerdem übernimmt sie die Verbindungsgebühren für die Anrufe an die Beratungstelefone.

Elterntelefon unter 0800 – 111 0 550

Mo – Fr von 9 – 17 Uhr sowie Di und Do von 17 bis 19 Uhr

Kinder- und Jugendtelefon unter 116 111

Mo – Sa von 14 bis 20 Uhr

Online-Beratung für Kinder und Jugendliche per Mail und Chat unter

www.nummergegenkummer.de

Helpline Ukraine für ukrainische Kinder, Jugendliche und Eltern

unter 0800 – 500 225 0

Mo – Fr von 14 bis 17 Uhr

„Bayerns Familien geraten unter Druck – und Kinder tragen die Folgen“

Kinderschutzbund Bayern warnt: Schutzräume für Kinder dürfen nicht bröckeln

München, 2. Dezember 2025 – Die Belastungen für Kinder und Familien in Bayern nehmen spürbar zu. Steigende Lebenshaltungskosten, familiäre Konflikte, psychische Belastungen und digitale Überforderung prägen den Alltag vieler junger Menschen – und bringen Familien in eine Lage, die sie immer häufiger alleine kaum noch bewältigen können. Gleichzeitig geraten Unterstützungsangebote an ihre Grenzen.

Immer deutlicher zeigt sich: Kinder und Jugendliche wirken häufiger erschöpft, verunsichert oder überfordert. Familiäre Spannungen, schulischer Leistungsdruck und digitale Dauerpräsenz verstärken sich gegenseitig. Das Ergebnis ist ein Alltag, der für viele Kinder kaum noch Halt bietet.

„Kinder spüren Krisen mit einer Wucht, die Erwachsene oft unterschätzen. Und wenn Unterstützung fehlt, trifft das die Jüngsten am härtesten. Wir stehen an einem Punkt, an dem Schutzangebote nicht nur wichtig – sondern überlebensnotwendig sind“, warnt Susanna Kaiser, Vorsitzende Landesvorstand des Kinderschutzbundes Bayern.

Der Kinderschutzbund und seine 56 Orts- und Kreisverbände bieten bayernweit Schutz, Stabilität und Orientierung – insbesondere dort, wo staatliche oder schulische Strukturen nicht ausreichen:

  • Begleiteter Umgang: geschützter Rahmen für Kinder in belasteten Trennungs- und Konfliktsituationen
  • Familienpaten Bayern: ehrenamtliche Begleitung, die Familien entlastet und Kindern verlässliche Bezugspersonen schenkt
  • Medienprävention & Medienlöwen Medientraining®: Unterstützung bei digitalem Stress, Cybermobbing und Medienkompetenz
  • Prävention sexualisierter Gewalt (Starke Kinder Kiste®): frühe Stärkung von Selbstwert und Schutzkompetenzen
  • Elternbildung & interkulturelle Beratung: Unterstützung und Orientierung in herausfordernden Lebenslagen

Doch genau diese Angebote sind vielerorts bedroht. Sie sind nicht dauerhaft staatlich finanziert und können nur weitergeführt werden, wenn genügend Mittel bereitstehen. In einzelnen Regionen entstanden bereits Wartelisten – ein deutliches Zeichen, dass der Bedarf stärker wächst als die verfügbaren Ressourcen.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass Schutzräume bröckeln, während die Herausforderungen wachsen. Wer heute spendet, sorgt dafür, dass ein Kind morgen nicht allein durch eine Krise gehen muss. Jede Spende ist ein Stück gelebter Kinderschutz in Bayern“, so Kaiser.

Spendenkonto

Kinderschutzbund Landesverband Bayern e.V.

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE82 3702 0500 0007 8025 00

BIC: BFSWDE33XXX

Online-Spende: https://kinderschutzbund-bayern.de/spenden-fuer-kinder/

Kreative Weihnachtswerkstatt beim Kinderschutzbund Erlangen: Miteinander gestalten, Miteinander wachsen

Kreative Weihnachtswerkstatt beim Kinderschutzbund Erlangen: Miteinander gestalten, Miteinander wachsen

Beim ersten Adventslicht wurde es im Ehrenamtsprojekt Familienpatenschaften des Kinderschutzbundes Erlangen besonders stimmungsvoll: Über 50 große und kleine Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zusammen, um gemeinsam kreativ ins Weihnachtsfest zu starten. In gemütlicher Atmosphäre entstanden bei Plätzchen- und Kinderpunschduft die ersten selbstgemachten Geschenke des Jahres – liebevoll gestaltet aus Holz, alten Buchseiten und buntem Moosgummi. Eine kuschelige Leseecke mit vielen weihnachtlichen Kinderbüchern lud zusätzlich zum Verweilen ein, und eine Patin begeisterte die anwesenden Kinder mit einer lebhaften Vorleserunde.

Auch ein großer Tisch voller Weihnachtskarten wurde rasch zum Mittelpunkt des Vormittags: Mit funkelnden Sternen, warmen Farben und persönlichen Botschaften verziert, gingen viele kleine Kunstwerke aus fleißigen Händen hervor – bestimmt, um anderen eine Freude zu machen und die Adventszeit ein Stück heller zu gestalten.

Dieses fröhliche Miteinander zeigte einmal mehr, was das Projekt Familienpatenschaften ausmacht: Vertrauen, Verbundenheit und das gemeinsame Engagement für Kinder und Familien in Erlangen und Erlangen-Höchstadt. Zum Jahresabschluss wurden auf einem großen Plakat persönliche Glücksmomente aus den Patenschaften festgehalten – von einer stimmungsvollen Laternenwanderung über schöne Gespräche, die Freude beim Wiedersehen, gemeinsames Backen, Lesen und Spielen bis hin zu aufregenden Erlebnissen wie dem Traktor­fahren. Wir danken allen ehrenamtlichen Patinnen und Paten sowie den Patenfamilien ganz herzlich für die wunderbare Zusammenarbeit im vergangenen Jahr und das entgegengebrachte Vertrauen. Wir wünschen allen ein friedliches Weihnachtsfest und einen gelungenen Jahreswechsel!

Interesse am Mitmachen?

Wer sich für das Ehrenamt im neuen Jahr begeistern kann, ist herzlich eingeladen, Kontakt mit unseren Koordinatorinnen aufzunehmen. Die nächste Schulung startet im März 2026. Wir freuen uns über jede neue Unterstützung!

Kinderrechte in Bayern endlich verankern – Kinderschutzbund Bayern fordert Aufnahme indie Bayerische Verfassung


Am Internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November fordert der Kinderschutzbund Landesverband Bayern, Kinderrechte endlich ausdrücklich in die Bayerische Verfassung aufzunehmen. So würde Bayern zu den Bundesländern aufschließen, die Kinderrechte bereits auf höchster Ebene sichern – darunter Hessen, Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen und Thüringen.
„Wir sprechen viel darüber, Kinder zu schützen und zu stärken – aber damit das in jeder Situation gilt, brauchen Kinderrechte eine klare rechtliche Basis“, sagt Susanna Kaiser, Vorsitzende Landesvorstand des Kinderschutzbundes Bayern. „Kinder haben ein Recht auf Schutz, Förderung und Beteiligung. Diese Rechte dürfen nicht von politischen Mehrheiten oder wechselnden Prioritäten abhängen. Eine Verfassungsverankerung stellt sicher, dass die Stimme von Kindern in Bayern verbindlich gehört wird.“ Warum die Verfassungsverankerung entscheidend ist:
Eine klare Verfassungsnorm führt dazu, dass:

  • das Wohl des Kindes bei staatlichen Entscheidungen vorrangig berücksichtigt wird,
  • Schutz und Förderung verlässlicher organisiert werden,
  • die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Schule, Jugendhilfe und Kommunen systematisch gestärkt wird, und staatliches Handeln nachhaltig und unabhängig von Regierungswechseln wird.

  • „In unserer täglichen Arbeit sehen wir deutlich, wie groß der Unterschied zwischen einer Empfehlung und einer rechtlichen Verpflichtung ist“, sagt Alexandra Schreiner-Hirsch, pädagogische Leitung des Kinderschutzbundes Bayern. „Ein Verfassungsanker gibt Orientierung und Bestand. Er schützt Kinderrechte auch dann, wenn sich gesellschaftlicheoder politische Rahmenbedingungen verändern.“
    Blick über Bayern hinaus:
    In den Ländern, in denen Kinderrechte bereits verfassungsrechtlich festgeschrieben sind, hat sich gezeigt:
    Die Verankerung stärkt die Verbindlichkeit im staatlichen Handeln – in Bildung, Jugendhilfe, Beteiligungsverfahren und im Kinderschutz. Sie schafft klare Leitplanken und dauerhafte Strukturen, die Kinder und Familien unterstützen.
    Geschäftsstelle
    Forderung an den Bayerischen Landtag:
    Der Kinderschutzbund Bayern fordert die Einleitung eines Verfassungsänderungsverfahrens mit folgenden Kernelementen:
  • Vorrang des Kindeswohls, Recht auf Schutz und Förderung, Recht auf altersgerechte Beteiligung, Recht auf gewaltfreie Erziehung.
    Abschließender Appell:
    „Niemand verliert, wenn Kinderrechte gestärkt werden – aber Kinder verlieren, wenn wir es nicht tun“, so Susanna Kaiser.

Hebammenzentrale wird weiter gefördert

Erlanger Nachrichten, 29.10.2025

Die Hebammenzentrale Erlangen – Erlangen-Höchstadt erhält weiterhin Landesfördermittel, da der Freistaat Bayern das Förderprogramm zur Geburtshilfe bis Ende 2027 verlängert hat.

Somit können Erlangen und der Landkreis Erlangen-Höchstadt gemeinsam einen neuen Förderantrag stellen. OB Florian Janik und Landrat Alexander Tritthart begrüßen die Fortsetzung: „Die Hebammenzentrale ist eine echte Erfolgsgeschichte. Sie sorgt dafür, dass werdende Familien in Stadt und Landkreis verlässlich Unterstützung finden und Hebammen gute Arbeitsbedingungen haben.“

Gegründet 2019 vom Staatlichen Gesundheitsamt für Erlangen und den Landkreis, wird die Einrichtung vom Kinderschutzbund getragen. Sie vermittelt Hebammen an Familien, organisiert einen Bereitschaftsdienst für die Wochenbettbetreuung und unterstützt Fachkräfte. Dies entlastet Henammen, stärkt die Versorgung und garantiert mehr Betreuungssicherheit für Schwangere. Derzeit sind die Kosten zu 90 Prozent vom Freistaat Bayern und zu zehn Prozent von Stadt und Landkreis gedeckt.

Schmuck und Accessoires aus Fahrradschläuchen

Schmuck und Accessoires aus Fahrradschläuchen

In Kooperation mit der Jugendkunstschule Erlangen laden wir anlässlich des Weltkindertags im Rahmen von den „Aktionstagen Ehrenamt“ in den Erlangen Arcaden zu einer besonderen Mitmach-Aktion am Samstag, den 27. September, 14-17 Uhr ein!

Gemeinsam mit einer erfahrenen Künstlerin gestalten wir individuelle Schmuckaccessoires und Anhänger aus alten Fahrradschläuchen. Ob Armband,Kette, Ohrringe oder Schlüsselanhänger: Mit Fantasie und handwerklichem Geschick entstehen aus ungewöhnlichem Material kreative Lieblingsstücke.

Wir freuen uns darauf mit euch etwas Nachhaltiges, Originelles und Einzigartiges zu gestalten – kommt am Samstag im Erdgeschoss der Erlangen Arcaden vorbei!

Die Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

70.000 fehlende Kita-Plätze, Milliarden-Schulstau, steigende Kinderarmut – Kinderschutzbund Bayern schlägt Alarm zum Weltkindertag

Am Samstag, 20. September, ist Weltkindertag. Für den Kinderschutzbund Bayern ein Anlass, auf die dramatische Lage von Kindern und Jugendlichen im Freistaat aufmerksam zu machen. Unter dem Motto der bundesweiten Kampagne „Wen kümmert’s?“ fordert der Landesverband: Kinder brauchen endlich mehr Beachtung in der Politik.

Bayern in der Krise: Zahlen, die aufrütteln

  • 70.100 fehlende Kita-Plätze: Laut Bertelsmann Stiftung fehlen in Bayern über 70.000 Plätze, um den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung zu erfüllen (Bertelsmann Stiftung, 28.11.2023). Selbst in München gehen die Schätzungen in die Zehntausende (Abendzeitung, 18.12.2023: „So viele Kitaplätze fehlen in München“).
  • Milliarden-Schulstau: Expert:innen sehen in Bayern einen Sanierungsrückstand im zweistelligen Milliardenbereich (BR24, 19.04.2025).
  • Kinderarmut auf dem Vormarsch: In Bayern wachsen 322.000 Kinder und Jugendliche – das sind 14,3 Prozent – in Armut oder an der Armutsgrenze auf (Statistisches Bundesamt, 20.06.2023). In München liegt die Quote zwar niedriger (11,6 Prozent, bundesweit niedrigste Großstadt-Quote), doch auch hier ist jedes neunte Kind betroffen (Sozialpolitik aktuell, 2023).

Hinweis: Für Bayern liegen uns sowohl zu den fehlenden Kitaplätzen als auch zur Kinderarmut bislang keine neueren offiziellen Daten für das Jahr 2024 vor. Die genannten Werte sind die uns aktuell verfügbaren.

Kinderschutzbund fordert Kurswechsel

„Wer heute nicht in Kinder investiert, gefährdet die Zukunft Bayerns. Kinder sind unsere Zukunft – und sie müssen endlich Vorrang haben. Jeder Euro, der in gute Kitas, Schulen und Jugendhilfe fließt, ist eine Investition in sozialen Frieden, Bildungsgerechtigkeit und die Stärke unseres Landes“, betont Susanna Kaiser, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Bayern.

Der Kinderschutzbund Bayern ruft deshalb Politik und Gesellschaft auf, zum Weltkindertag am Samstag ein klares Signal zu setzen: Kinder dürfen nicht länger hintenangestellt werden.