Kinderschutz macht keine Ferien: Warum Schutzkonzepte gerade jetzt wichtiger sind denn je

Sechs Wochen Sommerferien bedeuten für Kinder Freiheit, Abenteuer und neue Erfahrungen. Sie verbringen mehr Zeit im Freibad, auf Spielplätzen, in Ferienbetreuungen, Sportvereinen, Jugendgruppen oder Ferienlagern. Gleichzeitig bewegen sie sich häufiger außerhalb ihrer gewohnten Alltagsstrukturen. Gerade weil Kinder in den Sommerferien deutlich mehr Zeit außerhalb ihrer gewohnten Strukturen verbringen, braucht Kinderschutz in dieser Zeit besondere Aufmerksamkeit.

„Sicherheit ist dabei die Voraussetzung dafür, dass Kinder ihre Ferien wirklich unbeschwert erleben und an Freizeitangeboten teilhaben können. Damit das auch so bleibt, müssen Erwachsene überall dort Verantwortung übernehmen, wo Kinder ihre Freizeit verbringen“, sagt Alexandra Schreiner-Hirsch, pädagogische Leiterin des Kinderschutzbundes Landesverband Bayern.

Wenn der Alltag Pause macht, verändert sich auch der Kinderschutz

Während der Schulzeit verbringen Kinder einen Großteil ihres Tages in einem vertrauten Umfeld mit festen Bezugspersonen und klaren Strukturen. In den Ferien sieht das oft anders aus: Neue Betreuungspersonen, wechselnde Gruppen und ungewohnte Situationen gehören für viele Kinder dazu. Wo vertraute Strukturen wegfallen, müssen Schutzstrukturen umso verlässlicher greifen.

„Gerade in den Ferien begegnen Kinder vielen neuen Menschen und verbringen mehr Zeit an Orten, die sie nicht oder nur wenig kennen. Umso wichtiger ist es, dass überall dort, wo Kinder betreut werden oder ihre Freizeit verbringen, Kinderschutz selbstverständlich mitgedacht wird.“

Schutzkonzepte schaffen Sicherheit

Überall dort, wo Kinder ihre Ferien verbringen, müssen sie sich sicher fühlen können. Ob Ferienprogramm, Sportverein, Jugendverband, Musikschule, Freibad, Ferienfreizeit oder andere Einrichtungen, die in den Sommerferien besonders stark von Kindern genutzt werden – überall dort tragen Erwachsene Verantwortung für das Wohl von Kindern.

Der Kinderschutzbund Bayern wirbt deshalb dafür, Schutzkonzepte als festen Bestandteil jeder Einrichtung zu verstehen.

Dazu gehören unter anderem:

  • klare Verhaltensregeln für Mitarbeitende sowie ehrenamtlich Engagierte,
  • feste Ansprechpersonen für Kinder und Eltern,
  • transparente Beschwerdewege,
  • regelmäßige Sensibilisierung und Schulungen,
  • sowie – dort, wo es gesetzlich vorgesehen ist – die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses.

„Ein erweitertes Führungszeugnis ist wichtig. Es ersetzt jedoch kein Schutzkonzept. Entscheidend ist eine Haltung, in der Kinder ernst genommen werden, Erwachsene aufmerksam handeln und Verantwortlichkeiten klar geregelt sind. Nur so entstehen Orte, an denen Kinder sich sicher fühlen können.“

Eltern dürfen nachfragen

Auch Eltern können dazu beitragen, dass Kinder gut geschützt sind. Offen über Kinderschutz zu sprechen, schafft Vertrauen – bei Eltern ebenso wie bei Kindern.

„Es ist völlig selbstverständlich, nachzufragen, welche Schutzmaßnahmen eine Einrichtung oder ein Ferienangebot umgesetzt hat. Gute Träger beantworten solche Fragen gerne – weil Kinderschutz Teil ihrer täglichen Arbeit ist.“

Kinderschutz ist eine gemeinsame Aufgabe

Die große Mehrheit der Einrichtungen, Vereine und Ferienangebote in Bayern leistet hervorragende Arbeit und engagiert sich mit großem Einsatz für Kinder und Jugendliche. Kinderschutz gelingt dann am besten, wenn alle Beteiligten Verantwortung übernehmen – Einrichtungen, Ehrenamtliche, Eltern und die Gesellschaft insgesamt.

„Kinderschutz ist kein Misstrauensvotum gegenüber Ehrenamtlichen oder Mitarbeitenden. Im Gegenteil: Gute Schutzkonzepte geben allen Beteiligten Sicherheit – den Kindern, den Eltern und auch denjenigen, die Verantwortung übernehmen.“

Gerade in den Sommerferien, wenn Kinder besonders viele neue Erfahrungen sammeln, sei dies ein wichtiges Signal.

„Kinder haben ein Recht darauf, ihre Ferien sicher, unbeschwert und mit allen Chancen auf Teilhabe zu erleben. Schutz und Teilhabe gehören zusammen. Dafür tragen wir als Gesellschaft gemeinsam Verantwortung.“

„Nicht das Zeugnis entscheidet über die Zukunft eines Kindes – sondern wie Eltern darauf reagieren.“

Zum Schuljahresende spricht Alexandra Schreiner-Hirsch, pädagogische Leiterin des Kinderschutzbundes Landesverband Bayern, darüber, wie Eltern ihre Kinder ohne Druck durch die Zeugniszeit begleiten können.

Frau Schreiner-Hirsch, Sie sagen: „Nicht das Zeugnis entscheidet über die Zukunft eines Kindes – sondern wie Eltern darauf reagieren.“ Was meinen Sie damit?

Ein Zeugnis ist eine Momentaufnahme – nicht mehr und nicht weniger. Viel entscheidender ist, welche Botschaft Kinder von ihren Eltern mitnehmen. Fühlen sie sich angenommen und unterstützt oder erleben sie Enttäuschung und Druck? Kinder erinnern sich oft ein Leben lang daran, wie ihre Eltern in schwierigen Momenten reagiert haben. Wer Verständnis zeigt und gemeinsam nach vorne blickt, stärkt das Selbstvertrauen seines Kindes nachhaltig – und festigt gleichzeitig die vertrauensvolle Beziehung zwischen Eltern und Kind.

Warum ist die Zeugniszeit für viele Kinder so belastend?

Für viele Kinder geht es am Zeugnistag um weit mehr als um Noten. Sie fragen sich: Sind meine Eltern stolz auf mich? Bin ich gut genug? Diese Angst vor Enttäuschung oder Ablehnung kann enormen Druck auslösen. Deshalb brauchen Kinder an diesem Tag vor allem eines: die Gewissheit, dass ihre Eltern hinter ihnen stehen – unabhängig von den Noten.

Der Leistungsdruck scheint zuzunehmen. Erleben Sie das auch?

Ja. Viele Kinder erleben Schule heute als Ort hoher Erwartungen. Hinzu kommen soziale Medien, Zukunftssorgen und der ständige Vergleich mit anderen. Umso wichtiger ist es, dass das Zuhause ein sicherer Ort bleibt – ein Ort, an dem Kinder Fehler machen dürfen und trotzdem Rückhalt erfahren.

Wie sollten Eltern reagieren, wenn das Zeugnis schlechter ausfällt als erwartet?

Vor allem ruhig bleiben. Die erste Reaktion der Eltern prägt häufig, wie ein Kind mit Misserfolgen umgehen lernt. Statt Vorwürfen helfen ehrliche Fragen: Woran lag es? Was war schwierig? Was brauchst du, damit es nächstes Mal besser gelingt? Wer zuerst zuhört und dann gemeinsam nach Lösungen sucht, stärkt die Eigenverantwortung seines Kindes – und schafft Vertrauen, weil das Kind erlebt, dass seine Eltern auch in schwierigen Situationen an seiner Seite stehen.

Was sollten Eltern am Zeugnistag unbedingt vermeiden?

Vergleiche mit Geschwistern oder anderen Kindern. Aussagen wie „Deine Schwester konnte das doch auch“ oder „Andere schaffen das doch auch“ verletzen und setzen Kinder zusätzlich unter Druck. Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich und bringt eigene Talente mit.

Ein Zeugnis zeigt aber natürlich auch, wo es Probleme gibt. Wie finden Eltern die richtige Balance?

Noten dürfen Anlass für Gespräche sein – aber niemals Maßstab für den Wert eines Kindes. Es ist völlig in Ordnung, gemeinsam zu überlegen, wie sich Leistungen verbessern lassen. Wichtig ist nur, dass Kinder spüren: Wir suchen gemeinsam nach Lösungen – nicht nach Schuldigen. Hilfreich ist es außerdem, gar nicht erst bis zum Zeugnistag zu warten. Eltern sollten das ganze Schuljahr über mit ihrem Kind und den Lehrkräften im Gespräch bleiben. Eine gute Erziehungspartnerschaft mit der Schule sowie eine vertrauensvolle Lern- und Gesprächskultur zu Hause sorgen dafür, dass Schwierigkeiten früh erkannt werden und das Zeugnis keine unangenehme Überraschung wird.

Welche Rolle spielen die Stärken eines Kindes?

Eine sehr große. Ein Zeugnis bewertet nur einen kleinen Teil dessen, was ein Kind ausmacht. Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Kreativität, Verantwortungsbewusstsein, Empathie oder Durchhaltevermögen tauchen dort meist gar nicht auf. Eltern sollten diese Stärken bewusst wahrnehmen und ansprechen. Kinder, die ihre eigenen Fähigkeiten kennen, entwickeln mehr Selbstvertrauen und gehen auch mit Rückschlägen besser um – und erleben gleichzeitig, dass sie von ihren Eltern als ganze Persönlichkeit gesehen und wertgeschätzt werden. Das stärkt auch die Eltern-Kind-Beziehung.

Wie können Eltern die Sommerferien nutzen, wenn das Schuljahr nicht gut gelaufen ist?

Die Ferien sollten zunächst Zeit zum Durchatmen sein. Kinder brauchen Erholung, Bewegung und schöne gemeinsame Erlebnisse. Mit etwas Abstand fällt es leichter, gemeinsam auf das nächste Schuljahr zu schauen und realistische Ziele zu formulieren. Kleine Schritte führen oft weiter als perfektionistische Erwartungen.

Was möchten Sie Eltern zum Schuljahresende mit auf den Weg geben?

Nehmen Sie Ihr Kind zuerst in den Arm – und schauen Sie erst danach auf das Zeugnis. Kinder brauchen keine perfekten Noten, sondern das Gefühl: Ich werde geliebt, auch wenn nicht alles perfekt läuft. Genau dieses Vertrauen gibt ihnen die Kraft, aus Fehlern zu lernen, Herausforderungen anzunehmen und ihren eigenen Weg zu gehen. Und es schafft die wichtigste Grundlage überhaupt: eine starke, verlässliche Beziehung zwischen Eltern und Kind.

Kooperationsangebot für eine Ermächtigung als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*in in Erlangen oder im Landkreis Erlangen-Höchstadt

Sie sind approbierte*r Kinder- und Jugendpsychotherapeut*in und möchten Ihre psychotherapeutische Tätigkeit im Rahmen einer kassenärztlichen Ermächtigung aufnehmen? In Kooperation mit dem Kinderschutzbund Erlangen entsteht eine attraktive Niederlassungsmöglichkeit mit dem Schwerpunkt auf der Versorgung von Kindern und Jugendlichen aus vulnerablen Gruppen. Alle Informationen zu Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und unserem Angebot finden Sie in der vollständigen Ausschreibung.

Filmabend der Familienpatenschaften Erlangen und Erlangen-Höchstadt

Filmabend der Familienpatenschaften Erlangen und Erlangen-Höchstadt

Im Rahmen eines gemeinsamen Filmabends der Familienpatenschaften Erlangen und Erlangen-Höchstadt wurde der ARTE-Kurzfilm „Unhappy – Unsere Eltern und Geschwister“ gezeigt. Im anschließenden Austausch diskutierten die Teilnehmenden über den prägenden Einfluss von Familie, die Rollen von Großeltern, Eltern und Kindern sowie die Erwartungen innerhalb von Familien. Auch die Bedeutung ehrenamtlicher Familienpat*innen als unterstützende Begleitung stand im Mittelpunkt der Gespräche. Ein gelungener Abend mit vielen anregenden Impulsen und wertvollen Perspektiven. Der Film ist kostenlos in der ARTE-Mediathek verfügbar: ARTE-Mediathek – „Unhappy – Unsere Eltern und Geschwister“.

Schuljahres-Ende: Kinder und Jugendliche müssen mit Sorgen nicht allein bleiben

Ein verlässliches Netz aus Unterstützungsangeboten ist essenziell

Mit der Ausgabe der Jahreszeugnisse endet für Millionen Schüler*innen ein weiteres Schuljahr. Während viele dem Ferienbeginn entgegenfiebern, erleben andere die Zeugniszeit mit Druck, Sorgen oder Ängsten. Zeugnisse und schulische Leistungen können für Kinder und Jugendliche eine große Belastung darstellen – insbesondere dann, wenn hohe Erwartungen, Versagensängste oder Konflikte im familiären Umfeld hinzukommen.

Die Erfahrungen der „Nummer gegen Kummer“ zeigen, dass Leistungsdruck, Prüfungsstress, Mobbing und psychische Belastungen viele junge Menschen nicht nur zum Schuljahresende, sondern das ganze Jahr über beschäftigen. Das Deutsche Schulbarometer[1] bestätigt diesen Trend: Rund ein Viertel der Kinder und Jugendlichen fühlt sich psychisch belastet. Auch die Bundesschülerkonferenz machte mit ihrer Kampagne „Uns geht’s gut?“ auf die schwierige mentale Situation vieler junger Menschen aufmerksam.

Umso wichtiger ist es, dass Kinder und Jugendliche frühzeitig wissen, wo sie Unterstützung finden können. Ein aktuelles Beispiel ist die Kooperation zwischen dem Hessischen Kultusministerium und der „Nummer gegen Kummer“. Seit Mai werden an allen hessischen Schulen Plakate und Sticker verteilt, die auf die Beratungsangebote aufmerksam machen. Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen und den Zugang zu Hilfe niedrigschwellig zu gestalten.

„Kinder und Jugendliche brauchen ein verlässliches Netz aus Unterstützungsangeboten. Dazu gehören Ansprechpersonen in der Schule ebenso wie unabhängige und anonyme Beratungsangebote außerhalb des unmittelbaren Umfelds“, so Gisela Wetzel-Willert, Vorstandsvorsitzende des Dachverbandes Nummer gegen Kummer e.V.

Auch bundesweit unterstützt die „Nummer gegen Kummer“ Schulen dabei, Hilfsangebote sichtbar zu machen und Gespräche über Sorgen und Belastungen zu fördern. Die kostenfreie SCHULBOX bietet Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften Materialien, um den Umgang mit Problemen, Krisen und Unterstützungsangeboten im Schulalltag zu thematisieren. Die SCHULBOX wurde in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend entwickelt.

Mit dem Kinder- und Jugendtelefon, der Online-Beratung und dem Projekt „Jugendliche beraten Jugendliche“ erhalten junge Menschen kostenfrei, anonym und vertraulich Unterstützung – gerade dann, wenn Zeugnisse, Schule oder andere Herausforderungen zur Belastung werden.


[1] Robert Bosch Stiftung (2026). Deutsches Schulbarometer: Befragung Schüler:innen 2025. Ergebnisse von 8- bis 17-Jährigen und ihren Erziehungsberechtigten zu Wohlbefinden, Unterrichtsqualität, Partizipationsmöglichkeiten und (Cyber-)Mobbing. Stuttgart: Robert Bosch Stiftung.

Ein herzliches Dankeschön an unsere Familienpat*innen im Landkreis ERH

Ein herzliches Dankeschön an unsere Familienpat*innen im Landkreis ERH

Bei strahlendem Sommersonnenschein und bei heißen Temperaturen kam in der Fischküche Reck in Oberdorf eine besondere Gruppe im Landkreis Erlangen-Höchstadt zusammen: die ehrenamtlichen Familienpat*innen des Kinderschutzbundes Erlangen. Anlass war das jährliche Dankesessen, das in diesem Jahr wieder ein herzliches Zeichen der Wertschätzung für das unermüdliche Engagement der Pat*innen setzten sollte.

Die Familienpat*innen, die das ganze Jahr über Familien im Landkreis mit ihrer Zeit, ihrem Wissen und ihrer Fürsorge unterstützen, wurden für ihren Einsatz gewürdigt. Ob bei der Begleitung in schwierigen Lebenslagen, der Organisation von Freizeitaktivitäten oder einfach als verlässliche Ansprechperson – ihr ehrenamtliches Engagement ist ein unverzichtbarer Baustein für das Wohl der Kinder und Familien in der Region. Deswegen freuen wir uns auch sehr, drei neue Pat*innen aus der Schulung im Frühjahr zu begrüßen und im Rahmen dieses Essens herzlich willkommen zu heißen.

Auch Frau Klaußner, stellvertretende Landrätin des Landkreises Erlangen-Höchstadt, nahm sich Zeit, um persönlich ihren Dank auszusprechen. Vertreter*innen des Kinderschutzbundes Erlangen und des Landratsamts waren vor Ort, um die Bedeutung der Familienpatenschaften für die Gesellschaft zu unterstreichen. In ihren Ansprachen betonten sie, wie sehr das ehrenamtliche Engagement der Pat*innen den Zusammenhalt im Landkreis stärkt und Familien in herausfordernden Situationen Halt gibt.

Trotz der sommerlichen Hitze ließ es sich die Runde bei kühlen Getränken und leckeren Essen gut gehen und genoss einen Abend voller netter Gespräche und interessantem Austausch.

Ein Aufruf zum Mitmachen

Der Kinderschutzbund Erlangen-Höchstadt sucht ständig neue Familienpat*innen: wer Interesse hat, Familien in der Region zu unterstützen, findet im Kinderschutzbund eine starke Gemeinschaft und professionelle Begleitung.

Patenessen und -ehrung der Familienpatenschaften Erlangen

Patenessen und -ehrung der Familienpatenschaften Erlangen

Einmal im Jahr kommen die Familienpatenschaften Erlangen zu einem besonderen Abend zusammen: dem gemeinsamen Patenessen. In diesem Jahr wurde bei leckerem Essen in einem indischen Restaurant gefeiert, gesprochen und viel gelacht. Die Veranstaltung bot Raum für Begegnung, Austausch und ein herzliches Miteinander.

Mit wertschätzenden und zukunftsweisenden Worten dankten der Oberbürgermeister Jörg Volleth, die Geschäftsführung des Erlanger Bündnis für Familien Monika Michali sowie die Geschäftsführung vom Kinderschutzbund Erlangen Esther Detzel den ehrenamtlichen Pat*innen für ihr großes Engagement. Sie betonten die hohe gesellschaftliche Bedeutung des Ehrenamts, das Familien unterstützt, Orientierung gibt und Gemeinschaft stärkt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass diese wichtige Aufgabe auch Herausforderungen mit sich bringt und daher eine fachliche und pädagogische Begleitung ein unverzichtbarer Bestandteil der Patenschaften ist.

Besonders erfreulich war die Begrüßung der neu geschulten Ehrenamtlichen. Sie wurden mit einer Blume und ihrem Zertifikat herzlich in die Gemeinschaft aufgenommen. Darüber hinaus konnten einige Pat*innen für ihr zehnjähriges Engagement geehrt werden – ein beeindruckendes Zeichen von Verlässlichkeit, Ausdauer und Herzblut.

Die Familienpatenschaften Erlangen bedanken sich bei allen Beteiligten für ihr Engagement und die schönen gemeinsamen Stunden. Vielen Dank für diesen gelungenen Abend!

„Kinder nicht aussperren, sondern schützen: Warum ein Social-Media-Verbot zu kurz greift“

Kinderschutzbund Bayern fordert wirksame Lösungen statt Symbolpolitik – drei zentrale Hebel für echten Schutz im Netz

Die Debatte um ein mögliches Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige greift aus Sicht des Kinderschutzbundes Bayern zu kurz. Der Verband warnt davor, komplexe Herausforderungen mit einfachen Antworten lösen zu wollen – und plädiert stattdessen für einen realistischen, wirksamen Kinderschutz im digitalen Raum.

„Wir sehen die Risiken sozialer Medien sehr klar – und wir nehmen sie ernst“, sagt Daniela Riedel, Projektleiterin Medientraining beim Kinderschutzbund Bayern und Mitglied im Bundesfachausschuss „Digitales Leben“ des Kinderschutzbund Bundesverbandes. „Aber ein pauschales Verbot ist keine Lösung. Es adressiert nicht die eigentlichen Probleme.“

Realität statt Verbotsdebatte

Schon heute zeigt sich: Altersgrenzen im Netz werden massenhaft umgangen. Kinder und Jugendliche bewegen sich längst selbstverständlich in digitalen Räumen – unabhängig von formalen Zugangsbeschränkungen.  

Ein Verbot würde diese Realität nicht verändern, sondern verlagern.
„Im schlimmsten Fall weichen Kinder auf weniger regulierte Plattformen aus, in denen Schutzmechanismen noch schwächer sind“, so Riedel.

Drei Hebel für wirksamen Kinderschutz

Der Kinderschutzbund Bayern fordert daher einen Perspektivwechsel:
Weg von der Frage „Verbot – ja oder nein?“ – hin zu der Frage: Was schützt Kinder tatsächlich?

Aus Sicht des Verbandes sind dafür drei zentrale Hebel entscheidend:

1. Plattformen in die Verantwortung nehmen
Digitale Anbieter müssen Kinder besser schützen. Mit dem Digital Services Act existieren bereits klare Vorgaben – etwa zur Reduktion suchtfördernder Mechanismen oder zum Schutz vor unerwünschten Kontakten. Entscheidend ist, dass diese Regeln konsequent umgesetzt werden.

2. Eltern und pädagogische Begleitung stärken
Kinder brauchen Orientierung im Umgang mit digitalen Medien. Eltern und Fachkräfte spielen eine Schlüsselrolle dabei, Mediennutzung zu begleiten, Regeln zu setzen und Vertrauen aufzubauen.

3. Medienbildung und sichere Räume ausbauen
Digitale Kompetenz ist heute unverzichtbar. Kinder müssen lernen, Risiken zu erkennen, Inhalte einzuordnen und sich selbstbestimmt im Netz zu bewegen. Dafür braucht es verbindliche Bildungsangebote und altersgerechte digitale Umgebungen.

Kinderrechte als Maßstab

Grundlage dieser Position ist ein umfassendes Verständnis von Kinderschutz.
Kinder haben nicht nur ein Recht auf Schutz, sondern auch auf Förderung und Teilhabe – auch im digitalen Raum.  

„Wenn wir Kinder pauschal ausschließen, verhindern wir, dass sie genau die Kompetenzen entwickeln, die sie in einer digitalen Welt brauchen“, erklärt Riedel.

Gerade für viele Jugendliche seien soziale Medien zudem wichtige Räume für Austausch, Identitätsfindung und gesellschaftliche Teilhabe.

Komplexe Probleme brauchen differenzierte Lösungen

Der Kinderschutzbund Bayern plädiert daher für eine sachliche und lösungsorientierte Debatte.

„Kinderschutz ist kein Schwarz-Weiß-Thema“, so Riedel. „Wir dürfen Kinder nicht aus der digitalen Welt aussperren – wir müssen sie sicher machen.“

Fazit

Ein pauschales Social-Media-Verbot greift zu kurz.
Wirksamer Kinderschutz entsteht durch das Zusammenspiel von Regulierung, Begleitung und Bildung – nicht durch symbolpolitische Maßnahmen.

Familienpatenschaften sammeln Müll am Ohmplatz

Familienpatenschaften sammeln Müll am Ohmplatz

Mai 2026- Die Familienpatenschaften Erlangen und Erlangen-Höchstadt veranstalteten eine gemeinsame Müllsammelaktion rund um den Ohmplatz. Gemeinsam starteten wir am Büro des Kinderschutzbunds und sammelten fleißig im Park sowie rund um zwei Spielplätze Müll.

Trotz des insgesamt sauberen Erscheinungsbildes kamen mehrere Tüten Müll zusammen. Besonders viele Zigarettenkippen, aber auch Metall- und technischer Müll wurden gefunden und fachgerecht entsorgt.

Zum Ausklang der gelungenen Aktion gab es ein gemeinsames Picknick am Spielplatz in der Komotauer Straße. Die Kinder erhielten für die Teilnahme kleine Müllpinzetten zum weiteren Sammeln und waren begeistert davon, sich aktiv für die Natur einzusetzen.

Unser Fazit: Jedes Engagement lohnt sich!

Vielen Dank an alle fleißigen teilnehmenden Kinder, Eltern und Pat*innen!

Wir freuen uns, dass wir in Anlehnung an diese Aktion bald einen neuen Leihkoffer zum Thema „Natur- und Umweltschutz“ im Kinderschutzbund zum kostenlosen Ausleihen für alle Familien und Ehrenamtliche in Stadt und Landkreis bereitstellen können.

Wir feiern Eltern – 25 Jahre ELTERNTALK

Wir feiern Eltern – 25 Jahre ELTERNTALK

„Bei uns gibt es gerade Streit ums Handy“, sagt eine Mutter in die Runde. Die anderen hören zu, nicken, fragen nach – und erzählen, wie es bei ihnen ist. Aus einer Erfahrung werden viele Perspektiven. Genau so beginnen ELTERNTALK-Runden: Eltern bringen ein, was sie beschäftigt, und entwickeln im Gespräch miteinander neue Ideen – offen und respektvoll.
Seit 25 Jahren schafft ELTERNTALK Räume, in denen Eltern miteinander ins Gespräch kommen. Eltern treffen sich in kleinen Gruppen – zuhause, im Familienzentrum oder online – und sprechen über Themen, die sie bewegen: Mediennutzung, Erziehung, Grenzen oder den Alltag
mit Kindern. Sie tauschen sich aus, ohne Druck, ohne Bewertung – dafür mit viel Erfahrung aus dem echten Familienalltag.
Das Besondere: Bei ELTERNTALK sind Eltern die Expertinnen und Experten für ihr eigenes Leben. Sie hören zu, tauschen Ideen aus und entdecken neue Perspektiven. Oft entsteht dabei etwas, das im Familienalltag selten ist – Zeit zum Reden und das Gefühl, verstanden zu werden. Viele
Eltern berichten nach einem Talk, dass sie gestärkt nach Hause gehen. Mit neuen Gedanken, mehr Gelassenheit und einfach dem Wissen, dass auch andere vor ähnlichen Herausforderungen stehen.
„Wir feiern mit diesem Jubiläum vor allem die Eltern“, sagt Natasa Eckert, Leitung ELTERNTALK. „Sie leisten jeden Tag unglaublich viel – und bei ELTERNTALK erleben sie, wie wertvoll ihre Erfahrungen und der Austausch darüber sind“. In den vergangenen 25 Jahren haben mehr als
225.000 Eltern an ELTERNTALK-Gesprächsrunden teilgenommen. Engagierte Moderatorinnen und Moderatoren, die selbst Mütter und Väter sind, organisieren und führen die Treffen durch. Sie sind das „Herzstück“ von ELTERNTALK – seit 25 Jahren!
Neugierig geworden? Dann melden Sie sich bei der für den Kinderschutzbund Erlangen zuständigen Ansprechpartnerin Frau Gabi Heller (elterntalk@kinderschutzbund-erlangen.de) oder unter www.elterntalk.net
ELTERNTALK ist ein Angebot der Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e.V. und wird
aus den Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales sowie des
Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert.