Am Samstag, 20. September, ist Weltkindertag. Für den Kinderschutzbund Bayern ein Anlass, auf die dramatische Lage von Kindern und Jugendlichen im Freistaat aufmerksam zu machen. Unter dem Motto der bundesweiten Kampagne „Wen kümmert’s?“ fordert der Landesverband: Kinder brauchen endlich mehr Beachtung in der Politik.
Bayern in der Krise: Zahlen, die aufrütteln
- 70.100 fehlende Kita-Plätze: Laut Bertelsmann Stiftung fehlen in Bayern über 70.000 Plätze, um den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung zu erfüllen (Bertelsmann Stiftung, 28.11.2023). Selbst in München gehen die Schätzungen in die Zehntausende (Abendzeitung, 18.12.2023: „So viele Kitaplätze fehlen in München“).
- Milliarden-Schulstau: Expert:innen sehen in Bayern einen Sanierungsrückstand im zweistelligen Milliardenbereich (BR24, 19.04.2025).
- Kinderarmut auf dem Vormarsch: In Bayern wachsen 322.000 Kinder und Jugendliche – das sind 14,3 Prozent – in Armut oder an der Armutsgrenze auf (Statistisches Bundesamt, 20.06.2023). In München liegt die Quote zwar niedriger (11,6 Prozent, bundesweit niedrigste Großstadt-Quote), doch auch hier ist jedes neunte Kind betroffen (Sozialpolitik aktuell, 2023).
Hinweis: Für Bayern liegen uns sowohl zu den fehlenden Kitaplätzen als auch zur Kinderarmut bislang keine neueren offiziellen Daten für das Jahr 2024 vor. Die genannten Werte sind die uns aktuell verfügbaren.
Kinderschutzbund fordert Kurswechsel
„Wer heute nicht in Kinder investiert, gefährdet die Zukunft Bayerns. Kinder sind unsere Zukunft – und sie müssen endlich Vorrang haben. Jeder Euro, der in gute Kitas, Schulen und Jugendhilfe fließt, ist eine Investition in sozialen Frieden, Bildungsgerechtigkeit und die Stärke unseres Landes“, betont Susanna Kaiser, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Bayern.
Der Kinderschutzbund Bayern ruft deshalb Politik und Gesellschaft auf, zum Weltkindertag am Samstag ein klares Signal zu setzen: Kinder dürfen nicht länger hintenangestellt werden.
