Helikopter-Eltern oder die Kunst der Gelassenheit in der Erziehung (Digitaler Vortrag, veranstaltet von BildungEvangelisch)

Helicopter-Parents: Ein Begriff, in den 90er Jahren von amerikanischen Soziologen geprägt, beschreibt Eltern, die sich in jeder Hinsicht um ihre Kinder Sorgen machen: jeder Ast geht ins Auge, jeder Hund ein Pitbull, jeder Fremde ein Kinderschänder. Sind unsere Kinder so gefährdet oder sind Eltern so verunsichert, sie könnten im Großziehen ihrer Kinder versagen? Der Vortrag handelt vom Eltern-Werden, wie Mutter und Vater in ihre Rolle hineinwachsen, weshalb Fehler in der Erziehung für die Kinder wichtig sind und von mehr Gelassenheit im Umgang mit Kindern und Jugendlichen.

Referent: Thomas von Stosch, Dipl.Psychologe, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Lehrtherapeut für Systemaufstellungen (DGfS)

Donnerstag, 26.11.20, 19.30 Uhr Die Teilnahme ist kostenlos Bitte wählen Sie sich schon einige Zeit vor Vortragsbeginn ein, falls es technische Probleme gibt.   Hier der Zugangslink: Zoom-Meeting beitreten https://zoom.us/j/94912941976?pwd=WXJ4R0FKYjRIRjBDZjUzWlNGNklpdz09  

Meeting-ID: 949 1294 1976 Kenncode: 733181

Internationaler Tag der Kinderrechte am 20.11.20: „Ein Klaps auf den Po hat noch niemandem geschadet“?

Vor 20 Jahren, am 8. November 2000, trat in Deutschland das Recht jedes Kindes auf gewaltfreie Erziehung in Kraft. Trotz positiver Trends sehen viele Menschen in Deutschland körperliche Bestrafung weiter als angebracht an. Das zeigt eine neue repräsentative Studie von Forscherinnen und Forschern der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Ulm um den renommierten Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Dr. med. Jörg Fegert im Auftrag von Kinderschutzbund und UNICEF.

So ist jeder Zweite noch immer der Auffassung, dass ein Klaps auf den Hintern noch keinem Kind geschadet habe. Jeder Sechste hält es sogar für angebracht, ein Kind zu ohrfeigen.

„20 Jahre nach der Gesetzesänderung bleiben Herausforderungen“, sagt Ekin Deligöz, Vizepräsidentin des Kinderschutzbundes. „Denn das Recht jedes Kindes auf gewaltfreie Erziehung geht weit über den Verzicht auf körperliche Bestrafungen hinaus. Es ist eine Frage der gesellschaftlichen Haltung. Die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz ist ein längst überfälliger Schritt, um die Rechte der Kinder auf Schutz, Förderung und Beteiligung zu stärken.“

Insbesondere das Ausmaß und die negativen Folgen psychischer Gewalt gegen Kinder werden bis heute unterschätzt.

Seit der Jahrtausendwende ist der Anteil der Menschen, die Gewalt anwenden bzw. als angebracht ansehen, zwar insgesamt gesunken. In den Jahren von 2016 bis 2020 stagnieren die Zahlen aber. Die Akzeptanz von körperlicher Bestrafung hat damit ein Plateau erreicht. Insbesondere leichtere Körperstrafen bleiben bei einem Teil der deutschen Bevölkerung weiter verbreitet.

Weitere Ergebnisse der Studie

  • Die Zustimmung zu Körperstrafen bei Kindern ist bei Männern größer als bei Frauen. So stimmen Männer dem Klaps auf den Hintern mit 57,8 Prozent häufiger zu als Frauen mit 47,1 Prozent.
  • Je älter die Befragten sind, desto seltener lehnen sie Körperstrafen ab. So lehnen 55,4 Prozent der Befragten unter 31 Jahren den Klaps auf den Hintern ab, verglichen mit 34,7 Prozent der Befragten über 60 Jahren.
  • Wer Gewalt erfahren hat, akzeptiert sie eher in der Erziehung. Teilnehmende, die selbst als Kind Körperstrafen und emotionale Gewalt erlebt haben, stimmen Körperstrafen in der Erziehung eher zu als Menschen, die ohne Gewalt groß geworden sind. So ist die Wahrscheinlichkeit, der Aussage „Ein Klaps auf den Hintern hat noch keinem Kind geschadet“ zuzustimmen, bei der Gruppe, die selbst Körperstrafen in der Kindheit erlebt hat, fast 16-mal so hoch wie bei Menschen, die keine Körperstrafen erlebt haben. Haben sie emotionale Gewalt erfahren, ist die Wahrscheinlichkeit doppelt so hoch.

Im Auftrag von UNICEF Deutschland und dem Kinderschutzbund hat ein Forschungsteam der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm im Frühjahr 2020 2.500 repräsentativ ausgewählte Personen zu ihren Einstellungen zu Körperstrafen in der Erziehung befragt. Die aktuelle Studie baut auf bestehenden Arbeiten zur Akzeptanz von Körperstrafen auf und untersucht, wie sich Einstellungen seit Inkrafttreten des Rechts auf eine gewaltfreie Erziehung im Jahr 2000 verändert haben.

Die Studie selbst kann unter www.dksb.de abgerufen werden.

Gegen Instrumentalisierung von Kindern bei Corona-Demos

Der Erlanger Kinderschutzbund wendet sich entschieden gegen eine Instrumentalisierung von Kindern bei Demonstrationen wie zum Beispiel am vergangenen Sonntag (15.11.20) in Erlangen. 

Im Rahmen einer Kundgebung der Nürnberger Organisation „Querdenken 911“ und „Schüler gegen Maskenpflicht“ fand zum Abschluss ein Laternenumzug unter dem Motto „Ein Licht für Kinder“  statt. Mittels eines Laternenumzugs wird eine Emotionalität hinsichtlich Kindern und ihrer Rechte aufgebaut, die für die Zwecke der Querdenker und möglicher Rechtsorientierter missbraucht wird. Diese Instrumentalisierung von Kindern ist unerhört und wird von uns aufs Schärfste verurteilt. Ein ehrliches Interesse an Kinderrechten ist in diesem Falle mehr als fraglich.

Selbstverständlich darf man die Kinderrechte bei den Einschränkungen wegen Corona nicht aus dem Blick verlieren. Das Aktionsbündnis für Kinderrechte setzt sich fern von diffusen Verschwörungstheorien und fragwürdigem Gedankengut für die Rechte der Kinder ein, hier der entsprechende Artikel.

Absage der Kurse PEKiP und Musikgarten

Leider müssen wir bis auf weiteres unsere PEKiP- und Musikgartenkurse absagen. Als öffentlicher Träger sind wir an die Vorgaben des örtlichen Gesundheitsamtes gebunden und können die Kurse nicht im gewünschten Rahmen durchführen. Sollten die Kontaktbeschränkungen gelockert werden, werden wir prüfen, ob die Kurse wieder stattfinden können.

1. Weihnachtsspenderei der Kreissparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach – Projekte des Kinderschutzbundes Erlangen

Die Weihnachtsspendenübergabe der Kreissparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurch kann in diesem Jahr wegen Corona leider nicht persönlich treffen stattfinden.

Es gibt aber seit letztem Jahr ein Spendenportal für Vereine und Projekte. Informationen hierzu finden Sie in dem Flyer „Gutes tun ist einfach“.

Die „1. Weihnachtsspenderei“ startet am 17. November um 0:00 Uhr auf www.sparkasse-erlangen.de/spendenportal.

Jede Einzelspende bis zu einer Höhe von 100 Euro, die in der Woche vom 17.11. bis zum 24.11.2020 auf dem Spendenportal eingeht, wird von der Sparkasse nach einem prozentualen Schlüssel honoriert, das heißt, je mehr Spenden eingehen, umso mehr Spenden legt die Sparkasse noch in der Weihnachtszeit oben drauf! Das Beste: die Spender haben diesmal eine ganze Woche Zeit.

Die aktuellen Projekte des Kinderschutzbundes Erlangen finden Sie unter betterplace.org/p81611 und betterplace.org/p86150

Wichtig ist, dass die Spender*innen im Aktionszeitraum vom 17.11.2020, 00:00 Uhr bis 24.11.2020, 24:00 Uhr spenden! Und: Die Spenden müssen immer über den https://sparkasse-erlangen.engagementportal.de/projects/ – Projektlink auf das Projekt eingehen. Nur so nehmen wir an der Aktion teil!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Wir für Familien – Online (Angebot des Kinderschutzbundes Nürnberg)

Der Kinderschutzbund möchte auch in der momentan schwierigen Situation für Eltern da sein und so einen Beitrag zu deren Entlastung und dem aktiven Kinderschutz leisten.

Deshalb bietet Wir für Familien – Online jede zweite Woche am Abend einen virtuellen Elterntreff zu einem Thema an. Über den Computer oder ein Smartphone können sich die Eltern ohne Anmeldung und Registration einklicken. Weitere Informationen des Kinderschutzbundes Nürnberg finden Sie hier.

Sparda-Bank startet Schultaschenaktion 2020 in Erlangen

Sparda-Bank startet Schultaschenaktion 2020 in Erlangen

Während die Kinder in Nordbayern gerade noch die verdienten Sommerferien genießen, sorgt die Sparda-Bank Nürnberg eG bereits für Chancengleichheit zum Schulstart und stattet in Erlangen 75 Kinder aus finanziell bedürftigen Familien mit einem hochwertigen Schultaschen-Set aus. Die Mittel für die mittlerweile siebte Schultaschenaktion stammen aus dem Gewinn-Spar-Verein der Sparda-Bank Nürnberg e. V., die Verteilung an die Abc-Schützen übernehmen die Stadt Erlangen und der Deutsche Kinderschutzbund Kreisverband Erlangen. Thomas Lang, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Nürnberg, erläutert die Hintergründe: „Jedes Kind hat das Recht auf einen unbeschwerten Start in die Welt des Lesens, Rechnens und Schreibens; niemand soll sich benachteiligt fühlen. Denn: Bildung ist für alle da – gerade zum Schulstart ist Chancengleichheit daher elementar.“ Jedes Set besteht aus Ranzen, Federmäppchen, Stifte-Etui und Sporttasche.

Auch die Stadt Erlangen ist froh über die Initiative der Sparda-Bank Nürnberg. Oberbürgermeister Dr. Florian Janik: „Die Erstklässler und ihre Familien sind sehr dankbar für die Unterstützung. Kein Kind soll ohne die entsprechende Ausstattung in diesen neuen Lebensabschnitt starten – das ist wichtig für das Selbstbewusstsein und die Lust am Lernen.“ Gemeinsam mit der Stadt Erlangen übernimmt der Deutsche Kinderschutzbund Kreisverband Erlangen die Verteilung an die Erstklässler und stellt sicher, dass sie dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Kathrin Lipp, Geschäftsstellenleiterin des Deutschen Kinderschutzbundes Kreisverband Erlangen e. V., ergänzt: „Die Nachfrage bei der Schultaschenaktion ist in jedem Jahr sehr groß. Umso mehr freuen wir uns, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern helfen können.“

Die Sparda-Bank Nürnberg engagiert sich seit vielen Jahren für vielfältige Bildungsprojekte in ganz Nordbayern. Der Vorstandsvorsitzende Stefan Schindler bringt es auf den Punkt: „Nicht erst die Corona-Pandemie hat gezeigt: Bildung ist der Schlüssel zu einer gerechten Zukunft und eine der elementaren sozialen Fragen des 21. Jahrhunderts. Wir sagen: Der Geldbeutel darf weder über Bildungs- und Entwicklungschancen noch über Karrierewege entscheiden!“

Bildnachweis: Sparda-Bank Nürnberg eG